Never give up!

Durchhaltewille beeinflusst den Erfolg

 

„Never give up! Keep on trying until you reach the top“ dröhnt es aus den Boxen des Fitnesscenters. Gemeint sind die Trainierenden, aber der Text ist allgemeingültig. Gemäss wissenschaftlicher Studien ist Durchhaltewille entscheidender für Erfolg als Talent.

Was macht Menschen erfolgreich? Weshalb schaffen es die einen an die Weltmeisterschaft und andere kaum ins Training? Ist Erfolg eine Laune des Schicksals? Diesen Fragen gingen verschiedene Forscher nach und kamen dabei zu ähnlichen Ergebnissen.

Belohnungen aufschieben

Das wohl bekannteste Experiment zur Selbstkontrolle ist der Marshmallow-Test von Walter Mischel: Die Kinder erhalten wahlweise ein oder zwei Marshmallows. Voraussetzung für ein zweites Marshmallow ist, dass sie das erste nicht essen, bis der Versuchsleiter zurück ins Zimmer kommt. Mehr zufällig entdeckte Mischel dabei, dass die geduldigen Kinder später erfolgreicher waren als die anderen. Wer auf ein kurzfristiges Vergnügen verzichten kann, um langfristig eine grössere Belohnung zu erhalten, hat Vorteile. Das erstaunt grundsätzlich nicht weiter. Heute auf Schokolade verzichten, um morgen schlank zu sein. Heute trotz Regen joggen, um morgen fit und durchtrainiert zu sein. Heute ein paar Liegestützen machen, um morgen härter zuschlagen zu können. Der Einfluss der Selbstkontrolle geht allerdings weiter als bisher angenommen.

Intelligenz und Talent im Schatten der Selbstkontrolle

Wie Angela Duckworth und Martin Seligmann von der University of Pennsylvania 2005 in einer Studie mit 13- bis 14-Jährigen nachweisen konnten, entscheidet Selbstkontrolle auch mehr über den schulischen Erfolg als die Intelligenz. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen Studien zum Einfluss des Talents: „Ausdauer schlägt Talent“, bringt es der Verhaltensökonom Matthias Sutter von der Universität Köln in seinem gleichnamigen Buch auf den Punkt. Ein virtuoser Geigenspieler unterscheidet sich von einem Hobbymusiker vor allem in einem: Er hat viel mehr geübt. Natürlich fällt das Üben leichter, wenn die Tätigkeit Spass macht. Aber irgendwann kommt der Punkt, wo der Erfolg stagniert, das Üben zur langweiligen Routine geworden ist und neue, interessantere Tätigkeiten locken. Jetzt entscheidet sich: gleich das Marshmallow essen, also etwas Spannenderes machen oder durchhalten, und dann Profi werden? Im Fitnesscenter kommt die Entscheidung über den Lautsprecher: „Never give up! Keep on trying until you reach the top.“

Disziplin trainieren

Nur, woher kommt denn jetzt die Geduld, die Willenskraft, der Durchhaltewille? „Gott gibt mir Geduld – aber sofort“. Ungefähr so präsentiert sich für viele Ungeduldige die Lage. Roy Bauermeister von der Florida State University ist überzeugt, dass sich der Wille trainieren lässt. In seinem Buch „Die Macht der Disziplin“ gibt er Tipps zur Stärkung der Selbstdisziplin. Inwiefern Disziplin auch veranlagt ist, ist eine andere Frage. Aber verbessern lässt sie sich auf jeden Fall. Ausgangslage jeder Selbstdisziplin ist ein Ziel. Da Ziele üblicherweise hoch gesteckt werden und der Weg dorthin steinig ist, empfiehlt er, die einzelnen Schritte festzulegen. Kleine Schritte bitte, wer hat schon Siebenmeilenstiefel! Es muss machbar sein, darf nicht abschrecken. Wer sich zuviel vornimmt, schafft am Ende gar nichts. Selbstdisziplin hält nämlich nicht ewig. Wie ein Muskel kann sie zwar trainiert werden, erschöpft sich aber auch. Umso wichtiger ist es, Prioritäten zu setzen und die Energie zu fokussieren. Die kleinen, machbaren Schritte zum Ziel werden dann in den Alltag eingebaut. Am besten so, dass sich ein umsetzbarer Rhythmus ergibt: drei Liegestützen nach dem Aufstehen, beispielsweise. Wenn eine Tätigkeit mindestens sechs Wochen regelmässig ausgeübt wird, wird sie zur Gewohnheit. Wie Zähneputzen. Man denkt nicht mehr darüber nach Es gehört einfach zum Alltag. Und wenn dann eine erste Etappe auf dem Weg zum Ziel erreicht ist: unbedingt feiern!

Das Glück nicht vergessen

Erfolg stellt sich also mit Selbstkontrolle und Durchhaltewillen ein. Und das lässt sich trainieren. Aber macht Erfolg auch glücklich? Entscheidend für die Lebensqualität sind gemäss Bundesamt für Statistik unter anderem folgende Faktoren: Freunde, genügend Geld und Gesundheit. Wer es übertreibt auf dem Weg zum Erfolg, riskiert, seine Freunde zu verlieren oder seine Gesundheit zu gefährden. Wichtig ist also nicht, möglichst schnell möglichst viel zu erreichen, sondern dranzubleiben. Steter Schlag schwächt den Sack. In diesem Sinn sollte der eingangs erwähnte Songtext vielleicht erweitert werden: „Never give up! Keep on trying until you reach the top. Take it easy.“

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3 comments

  1. Keine schlechte Idee, dieses Magazin, nur schwach umgesetzt. Zu wenig Inhalte, zu enges Themenspektrum, kaum Vernetzung in der Szene. Kommt da noch mehr?

    1. Hallo Womanwithlongsword

      Danke für deine Rückmeldung. Ja, da kommt noch mehr. Das Magazin steht erst am Anfang. Welches ist denn deine Kampfkunst? Und welche Themen würdest du dir zusätzlich wünschen?

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